AktuellTermine18. April – 11. Juni 2012: Stuttgart: VHS, Ausstellung und Veranstaltungsreihe 5. Mai 2012: Berlin: Gernika-Gedenken und Fritz-Teppich-Ehrung 8. Mai 2012: Höchst: Stolpersteine für Widerstandskämpfer 14. April – 13. Mai 2012 Lüneburg: Ausstellung und Veranstaltungsreihe zur Verbindung Lüneburg – Gernika 18.–20. Mai 2012: Hamburg: 2. Antifaschistischer Hafentag 19. Mai 2012: Berlin: 49. Spanientreff: Aktuelle Aktivitäten 7.–9. Sept. 2012: Berlin: Internationales Sommertreffen Die Antwort auf den Abriß der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in ZiegenhalsLies hier weiter: www.etg-ziegenhals.de/Aktuelles.html Siehe auch: Unsere Resolution zur Gedenkstätte Ziegenhals UmschauMauern des Schweigens – Kinderraub in Spanien Zu den gewöhnlich exzellenten Radiofeatures auf Bayern 2 Radio ist jetzt dieser interessante Beitrag von Margot Litten gekommen: … Eine andere Art von Verbrechen blieb jedoch bis vor kurzem weitgehend unbekannt: organisierter Kindesraub. In den ersten Jahren der Diktatur ideologisch motiviert, entwickelte er sich bald zu einem lukrativen Geschäft, in das Ärzte, Anwälte und vor allem die katholische Kirche verwickelt waren. Es wird geschätzt, dass in spanischen Geburtskliniken bis in die 80er Jahre an die 300 000 Babies verschwanden und mit gefälschten Papieren an kinderlose Paare verkauft wurden. … Hier findet sich die Sendung als Podcast. www.freie-radios.net/portal/content.php?id=27972 Für den Hörfunksender Freies Sender Kombinat, Hamburg (FSK) 93,0 MHz, schilderte der am 10. Dezember 2010 verstorbene Interbrigadist Josef Eisenbauer seinen Weg zu und in den Interbrigaden, das darauf folgende Exil und seine Rückkehr nach Wien. Josef Eisenbauer war Kämpfer im Batallion Tschapajew und 12. Februar. Dauer: 54:37 Minuten www.zvab.com/pages/ernstToller.jsp Auch Ernst Toller hat sich für die Spanische Republik eingesetzt. Das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher hat anläßlich seines siebzigsten Todestages eine schöne Würdigung für ihn veröffentlicht. 28. April 2012 Ein Dokumentarfilmprojekt braucht Unterstützung! Los Colonos del Caudillo (Die Siedler Francos)Ein Dokumentarfilm von Lucía Palacios und Dietmar PostEs ist ein Dokumentarfilm über ein spanisches Dorf, welches nach wie vor den Namen seines „Erbauers“, des Diktators Francisco Franco trägt. Der Film „Die Siedler Francos“ beschäftigt sich mit dem Erbe der Franco-Diktatur. Das Dorf wird somit zu einem Spiegelbild für die gesamte spanische Gesellschaft. Weitere Informationen auf deutsch (spanisch/englisch): www.lanzanos.com/proyectos/loscolonosdelcaudillo/deu/ In englisch: www.playloud.org/francossettlers.html 26. April 2012 Stolpersteine in Höchst17.00 Uhr Kurmainzer Straße 20 (früher 28) – Fritz Schuhmann 17.45 Uhr Königsteiner Straße 65 – Fritz Hartmann In Höchst werden zwei Stolpersteine für politisch Verfolgte während der NS-Zeit verlegt Bislang wurden zahlreiche "Stolperstein" im Frankfurter Westen verlegt, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Nun wird erstmals so auch zwei politisch Verfolgten gedacht. … Hier weiterlesen: Siehe auch: 25. April 2012 German-Foreign-Policy.com: Die spanische Kriegshochschule75 Jahre nach der Zerstörung der nordspanischen Kleinstadt Guernica durch deutsche Kampfflieger verweigert die Bundesrepublik den Nachkommen der Opfer weiterhin jegliche Entschädigung. Am 26. April 1937 hatten rund 30 Bomber der „Legion Condor“ Guernica in Schutt und Asche gelegt und mehrere Hundert Zivilisten ermordet. Das Kriegsverbrechen diente wie die übrigen Kampfhandlungen auf Seiten des Franco-Regimes dem Training für den Weltkrieg; es gilt zudem als „Testlauf“ für die Zerstörung Rotterdams (1940) oder Belgrads (1941) und für den Luftterror gegen sowjetische Städte. Fliegeroffiziere der „Legion Condor“ bauten die Luftwaffe der Bundesrepublik mit auf und wurden bis vor wenigen Jahren in der Bundeswehr geehrt. Während in diesen Tagen zahlreiche Initiativen mit Gedenkveranstaltungen an die Opfer von Guernica erinnern, rühmt die größte deutsche Fluggesellschaft den damals für die Bombardierung genutzten Flieger Ju 52 als „Grande Dame der Luftfahrt“. Die Ju 52, die die Lufthansa schon in der Weimarer Republik nutzte, war von Anfang an auch als Bomber für militärische Zwecke konzipiert. … Hier weiterlesen: 22. April 2011 Ehrungen im Baskenland29.April 2012: Ehrung der antifaschistischen Kämpfer, die zur Verteidigung ins Baskenland kamen, u. a. Fritz Teppich, und andere Aktivitäten www.baskinfo.blogspot.com.es/2012/04/gernika-gestern-und-heute-gegen.html 21. April 2011 Guernica und HeuteVon Victor Grossman Mich ärgert der Name Spanische Allee in Berlin, gewiss; sie heißt so seit dem triumphalen Marsch der faschistischen deutschen Spanienveteranen durch das Brandenburger Tor im Juni 1939. Dennoch denken die meisten wohl, der Name sei nur geographisch, so, wie sie meinen mögen, wie Warschauer Straße oder Pariser Platz. Viel mehr erregt mich innerlich die Fluglinie Condor. Wenn mir Google auch versichert, so eine Linie gab es schon 1927, und wenn auch die genannten Aasfresser in Amerika völlig harmlos sind, der Name der 1955 gegründeten Firma ruft so viele entsetzliche Bilder in Erinnerung, dass es mich jedes Mal noch schüttelt, wenn ich von einem Condor-Flug nach Mallorca oder Málaga höre. … 1. Dezember 2011 Neues Deutschland, 1. Dezember 2011/Literatur/Politisches Buch/Seite 17 Ein Unbeugsamer und UnbequemerHans Beimler: „Im Mörderlager Dachau“ – frühe Anklage eines Menschen verachtenden SystemsVon Werner Abel Hier weiterlesen: Der „Ejército Popular“ (Volksheer, Volksarmee) der Spanischen Republik 1936–1939Von Werner G. Fischer 16. September 2011 Die Entstehung neuer Armeen in Bürgerkriegen ist ein historisch faszinierender Vorgang. Erinnert sei nur an die „Eisenseiten“ unter Oliver Cromwell in der englischen Revolution, die Bildung des revolutionären Heeres der Republik in der französischen Revolution, die Herausbildung der Armeen im amerikanischen Bürgerkrieg 1861–1865, über die auch heute noch Jahr für Jahr neue Forschungen erscheinen. Unter sehr veränderten Vorzeichen, und kaum außerhalb Russlands wahrgenommen, erfolgt dort eine erneute Beschäftigung mit dem Bürgerkrieg 1917–1921, nun avancieren die Führer der „Weißen Armeen“ zu den neuen Helden. Die Entstehung der „Roten Armee“ wird, obwohl damals siegreich, vorwiegend unter negativen Aspekten dargestellt. In Deutschland nahezu unbekannt ist die Geschichte der Volksarmee der Spanischen Republik („Ejército Popular“) während des Bürgerkrieges 1936–1939, während zur politischen Geschichte eine Vielzahl von Veröffentlichungen vorhanden sind. Die Bildung dieser Volksarmee erfolgte mit offiziellem Dekret der spanischen Volksfrontregierung vom 16. Oktober 1936, jährt sich also 2011 zum 75. Mal. Da in deutscher Sprache nur spärliche und unsystematische Informationen zur Volksarmee der Spanischen Republik vorliegen, soll versucht werden, hiermit einen Überblick über das militärische Instrument der Volksfront zu geben …
Hamburger Hafenrundfahrtzu Ehren des Spanienkämpfers und Seemanns Wolf HoffmannGeplant war eine Schifffahrt zu den Gedenkstätten des antifaschistischen Widerstandes im Bereich des Hamburger Hafens. Was daraus wurde, war viel mehr. Es wurde eine kollektive Manifestation von herzlicher Freundschaft, ein weiter Rückblick in längst vergangene, aber immer noch lebendige politische und soziale Kämpfe, eine Hommage für die vielen Opfer des Naziregimes, für die auf dem Hamburger Friedhof liegenden, im Kampf gefallenen Spanienkämpfer, für Ernst Thälmann, Edgar André, Wolf Hoffmann und die vielen deutschen Antifaschisten, die im Kampf gegen Hitler und für die Ehre Deutschlands ihr Leben hingaben. Reinhardt und Peter waren von Freitag bis Dienstag im pausenlosen Einsatz, als guter Geist und liebevolle Seele war Birgit dabei, stets wohlgelaunt und immer einsatzbereit; der Ablauf hätte nicht besser sein können.
Auf dem Schiff hatten sich über 60 Leute eingefunden, zu den einzelnen Stationen des Widerstandes sprachen jeweils Freunde Erklärungen, wenn auch der Schiffsmotor manches übertönte, wir gedachten der vielen Opfer, die im Kampf gefallen sind. Man erfuhr von der lebensgefährlichen Arbeit der Hamburger Genossen, die unter Lebensgefahr ihren politischen Widerstand gegen den Nazistaat verrichteten, und von den Hunderten, die dabei der Gestapo in die Hände fielen, hingerichtet oder in KZ ermordet wurden. Im Anschluss wurde das Internationale Seemannsheim besucht, die Teilnehmer wurden vom Leiter begrüsst und zu Respekt vor anderen Völkern, Rassen und Religionen aufgerufen und eingeladen, im Geist internationaler Solidarität der Opfer der nationalsozialistischen Barbarei zu gedenken. Hier war auch die Gedenktafel für den österreichischen Seemann und Spanienkämpfer Wolf Hoffmann aus Wien, der 1929 Seemann wurde und 1936 zu den Internationalen Brigaden nach Spanien ging, um den Kampf gegen den Faschismus fortzusetzen. Peter Schulz gab eine kurze Biographie des Lebens von Wolf Hoffmann, der 1942 im KZ Gross-Rosen ermordet wurde.
Es folgte ein Besuch auf dem Hamburger Zentralfriedhof an den Gräbern der dort liegenden deutschen Opfer des spanischen Krieges und der im KZ umgekommenen Spanienkämpfer, es wurden unsere Kampflieder gesungen und in kurzen Ansprachen ihrer gedacht. Zum Abschluss besuchten wir die Gedenkstätte für Ernst Thälmann, der Symbolfigur des unbeugsamen Widerstandes gegen das Naziregime, der 1944, nach zehnjähriger Haft von den Nazis ermordet wurde. Es waren Tage des solidarischen Gedenkens, der Erinnerung an die Tage der spanischen Republik und der Entschlossenheit, den Kampf für eine friedliche, sozialistische Zukunft fortzusetzen. Habt Dank für Euren selbstlosen Einsatz, für Eure Freundschaft, für die Zeit und die Mühen, die Ihr für diese Veranstaltung gewidmet habt! Salud! Es lebe die internationale Solidarität! Gert Hoffmann, Wien Rede am 26. März 2011am Denkmal der Interbrigaden zu Morata de TajuñaLiebe Freunde und Kameraden, wir haben uns soeben entschieden, daß wir lieber die lebenden Brigadisten, die hier anwesend sind, mit Blumen ehren, bevor wir der Toten gedenken. Dear friends and comrades, we just decided rather to honour those Brigadists who are alive and present here, before hounouring the deaths. – – – Genossen im Graben, singt alle mit So besang Ernst Busch die Schlacht am Jarama, in der es nicht um den Fluß, sondern schlichtweg um die Zukunft Madrids ging – die erste offene Schlacht des Krieges. Madrid wurde gehalten – die Internationalen hielten stand, Seite an Seite mit ihren spanischen Brüdern. Mit welchen Worten sollen an diesem Tag dem Heldenmut, dem Kampfgeist und der Opferbereischaft Würde verliehen werden? Wie kann man beschreiben, was man nicht erlebt hat? Wie erinnern, ohne die Brigadisten, ohne die, die es gewagt haben, eine andere Welt mit dem Gewehr in der Hand, mit dem Wort und der Feder, mit Kamera und Gitarre zu erstreiten? Die Gedanken kreisen um die Gespräche, die einst möglich waren, in denen es die Chance gab zu erfahren, wie es gewesen ist. Und aus der Masse der Kämpfer erstehen vor dem geistigen Auge die, die viel zu früh diese Erde verlassen haben, die gefallen sind auf diesem Schlachtfeld. Einer sei genannt, der Deutsche Rudolf Seipel, dessen Alter wir nicht kennen, dessen Geburtsstadt uns unbekannt ist. Sein Leben, sein Schicksaal ist verhüllt vom Mantel der Geschichte, der gnadenlos alles in das Dunkel des Vergessens rückt, wenn wir es nicht verhindern. Rudi ist gefallen heute vor 74 Jahren. Wir kennen sein Grab nicht, auch nicht seine Gedanken vor dem Tod und wissen nichts von seinem Ende. Er gehörte der XI. Internationalen Brigade an; wir kennen nicht sein Bataillon. Er starb für die Freiheit Spaniens und das Glück der Welt. Welches Glück hatte er sich für sich selbst ausgemalt – nach dem Sieg über den Faschismus in Spanien und Deutschland? Welchen Lebenstraum hatte er, bevor er in dieses fremde Land ging? Von den 3200 Deutschen in den Interbrigaden, den Milizen und dem Volksheer, in Betrieben, bei Zeitungen und Parteien, am Rundfunk und als Literaten, ruht die Hälfte in spanischer Erde. Während der Tage der Auseinandersetzungen am Jarama sind 35 gefallen oder ihren Verletzungen erlegen. Doch wir dürfen nicht vergessen: Die meisten Opfer in diesen Kämpfen erbrachte das spanische Volk. Meine Gedanken sind bei ihnen – bei ihren Träumen, bei ihrem Kampf, ihrem Sterben. Doch es gibt auch die Erinnerung an die, die diesen Kampf überlebten. Da war der aus meiner Heimatstadt stammende Kurt Höfer. Am Neujahrsmorgen 1937 fuhr er mit dem Fahrrad im Erzgebirge los und erreichte in wenigen Tagen Spanien. Im Februar kämpfte er hier am Jarama. Er war zuerst Melder in einer motorisierten Einheit. Zwei Panzer führte er an die Kampflinie – nicht über Befehle oder Ansagen – das ging nicht, denn die Panzersoldaten sprachen alle Russisch –, sondern er lief vor den Panzern her, bis sie an ihrem Einsatzort angekommen waren. Daraufhin wurde er befördert, wurde Leutnant – Teniente – und Zugführer. Sein Zug bestand aus Spaniern, und Kurt sprach so gut Spanisch wie Russisch! Und trotzdem haben sie sich verständigt und gekämpft. Sie einte ein Ziel! Sie verband internationaler Geist der Proletarier! Sie waren einig im Kampf gegen den Faschismus und für eine Welt der sozialen Gerechtigteit! Eine andere Welt war immer möglich! In Spanien, in Deutschland, in Europa – sie war möglich 1931, dem Gründungsjahr der Republik, sie war möglich im Jahr 1933, als den Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übergeben wurde, sie war möglich in den Jahren des Krieges 1936–1939, als die westlichen Demokratien die Republik im Stich ließen, und auch in den Jahren 1938/39 war sie möglich, als sich die Außenpolitik der Sowjetunion änderte. Es bedürfte nur der Menschen damals wie heute, um den Slogan eine andere Welt ist möglich mit Leben zu füllen, und ihm zum Durchbruch zu verhelfen. Das Vermächtnis der Kämpfer von damals zu übernehmen, kann nicht für uns heißen, die Asche anzubeten! Sondern wir sind aufgerufen, das Feuer zu schüren und, auf die Geschichte und Tradition bauend, heute für eine bessere Welt zu streiten. Dies ist notwendig in unseren Heimatländern, und wir müssen gemeinsam die Probleme der Welt im Auge behalten und uns für deren Lösung einsetzen. Ich fühle mich stets wundersam frei, wenn ich spanische Erde betrete, und bin mir trotzdem im klaren darüber, daß die Sorgen um die Aufarbeitung der Geschichte und eine Zukunft in Frieden und sozialer Sicherheit mindestens genau so groß sind wie in meiner Heimat. Unsere Bewegung bedarf der Internationalität, wie wir die Luft zum Atmen brauchen – Tage wie diese am Jarama 2011 tragen zur Festigung unserer Gemeinschaft bei und geben Kraft für dieses Jahr. Dafür möchte ich an dieser Stelle danken – und schließe mit den Worten aus dem Lied von Ernst Busch: Und einmal dann, wenn die Stunde kommt/da wir alle Gespenster verjagen/wird die ganze Welt zur Jaramafront/wie in den Februartagen! Enrico Hilbert 17. Februar 2011 Aufruf von Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V. und VVN-BdA ChemnitzDenkmal!Erhalten wir ein Bild unserer Stadt! Es ist ein notwendiger Aufruf: „Bürger, rettet Eure Stadt!“ Wer kennt ihn nicht? Verfallende Häuser, Kulturgüter vergangener Zeiten, Fabrikgebäude und Denkmale. Dinge, die eine Stadt ausmachen, werden dem Verfall preisgegeben. Was über Jahrzehnte den Menschen wichtig war, verschwindet, schnell oder schleichend. Mit den steinernen Zeugen gehen auch die Erinnerungen, die mit ihnen verbunden waren, Stück für Stück, bis keiner mehr einen Anhaltspunkt findet, der das Tor zur Geschichte öffnen könnte. Kunst im öffentlichen Raum bleibt von diesem Prozeß nicht verschont. Wir wollen dies nicht hinnehmen und ein Denkmal, das in seinem Bestand gefährdet ist, erhalten. Der Chemnitzer Bildhauer Volker Beier schuf die Stele „Hans Beimler gedenken“. Seit über drei Jahrzehnten gehört sie zum Stadtbild im einstigen Neubaugebiet an der Carl-von-Ossietzky-Straße. Für viele Bürger heißt es noch immer „Beimler-Gebiet“. Die gleichnamige Bibliothek bestand nach Bürgerprotest bis zu ihrer Schließung unter dem Namen des einstigen Widerstandskämpfers. Bis heute prägt sie den Blick auf die Vorderseite des Gablenz-Centers. Das Umfeld ist gepflegt, bepflanzt, eine kleine Hecke, ein Bäumchen und Blumen. Doch der Eindruck des ersten Scheins, alles sei in Ordnung, weicht bei näherer Betrachtung. Risse, Korrosion und Verfall. Unter Schutz steht das Denkmal nicht. Es steht auf einem Privatgrundstück, und die Stadt gibt kein Geld zum Erhalt aus. Dies wollen wir nicht zulassen! Es ist ein Stück unserer Heimat, ein Teil unserer Stadt und atmet Geschichte. Ist Handwerk eines unserer Künstler. Steht auch stellvertretend für 21 Chemnitzer, die in Spanien 1936 bis 1939 die bürgerliche Regierung und die Republik verteidigten. Erhalten können wir es nur mit finanzieller Unterstützung. Darum bitten wir um Spenden. Danke! Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V., Augustusburger Straße 31, 09111 Chemnitz VVN-BdA Chemnitz, Rosenplatz 4, 09126 Chemnitz Spendenkonto: Bürgerverein FUER CHEMNITZ e. V., Konto: 3210 12 507, BLZ: 8709 6214, Volksbank Chemnitz 10. Januar 2011 Internetpräsenz der Internationalen KoordinierungSeit kurzem hat die Internationale Koordinierung ihren eigenen Internetauftritt: 3. Juli 2010 Der Kampf geht weiterVom 28. bis 30. Mai diesen Jahres waren an verschiedenen Sehenswürdigkeiten von Paris Fahnen der 2. Spanischen Republik und die Fahne der 11. Internationalen Brigade zu sehen. Die französische Organisation ACER hatte im Zusammenhang mit ihrer Jahreshauptversammlung weltweit Organisationen, die ihre Traditionen im Kampf der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg sehen, eingeladen. Es sollte hauptsächlich darüber diskutiert werden, welche Aufgaben vor diesen Organisationen in den nächsten Jahren stehen werden und wie diese erfolgreich bewältigt werden können. Dieser Einladung folgten Organisationen bzw. Einzelvertreter aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland (KFSR), Großbritannien (IBMT), Italien, Luxemburg, Mexico, Niederlande, Österreich, Rußland, Spanien (AABI und EdB) und den USA. Besonders herzlich wurden die Interbrigadisten Josef Eisenbauer aus Österreich, Juan-Miguel de Mora aus Mexico, Marin Tschurow aus Bulgarien und die Gebrüder Joseph und Vincent Almudever aus Frankreich begrüßt. Schwerpunkt der Diskussionen war die Weiterführung und Intensivierung der als Internationale Koordinierung bezeichneten angestrebten Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen. Die Internationale Koordinierung wurde im Mai 2008 durch ACER (Frankreich) und KFSR (Deutschland) initiiert, um den rechtsgerichteten Entwicklungen in Europa eine weitere Stimme entgegenzustellen. Sie soll ein loser Zusammenschluß gleichgesinnter und gleichberechtigter Organisationen sein. Durch diese Vernetzung soll der Informationsfluß in beide Richtungen verbessert werden. Durch die schnellere Verbreitung der Informationen soll erreicht werden, daß umfangreicher und aktueller aus den verschiedensten Länder auf antidemokratische, friedensfeindliche oder neofaschistische Erscheinungen reagiert werden kann. Aber auch den bisherigen sehr unterschiedlichen Projekten zur Aufarbeitung der Geschichte des Spanischen Bürgerkrieges und des Anteils der Internationalisten aus 53 Ländern der Welt an diesem Kampf in den verschiedenen Organisationen wurde gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Hier wurde geprüft, inwieweit auch dabei eine Zusammenarbeit möglich ist bzw. daraus länderübergreifende Projekte entstehen können. So wurde unter anderem beschlossen, einen gemeinsamen Terminkalender für Veranstaltungen und Aktionen zu führen und einen internationalen Katalog zu Archivmaterialien, Bildern, Filmen, Büchern usw. zu erarbeiten. Es sollen Historikerkongresse zum Thema Spanischer Bürgerkrieg organisiert oder sich an solchen beteiligt werden, und es soll eine mehrsprachige Informationsbroschüre zu den Internationalen Brigaden erstellt werden. Neben den intensiven Gesprächen wurden durch die französischen Organisatoren weitere Höhepunkte organisiert. So wurde auf dem Friedhof „Père Lachaise“ der Kommunarden, der dort beigesetzten französischen Interbrigadisten und der deutschen Fotografin Gerta Taro, die während des Spanischen Bürgerkrieges umgekommen ist, gedacht. Wir nahmen an einer Kranzniederlegung am Denkmal des unbekannten Soldaten am Arc de Triomphe teil, durch die erstmals in Frankreich auch Interbrigadisten geehrt wurden. Dabei gestaltete sich unser Marsch über die Champs Élysées zum Arc de Triomphe wegen der durch uns mitgeführten Fahne der 11. Internationalen Brigade zu einem Zuschauermagneten. Aufgabe der Organisationen wird es nun sein, in ihren Ländern das Diskutierte und Beschlossene auszuwerten, um bei den nächsten Zusammentreffen das Geplante zu bestätigen, das Beschlossene weiterzuführen und auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. In Berlin wird die Auswertung während der Jahresveranstaltung des KFSR im September durchgeführt werden. Harald Wittstock Siehe auch: Claudia Honefeld: Internationale Koordinierung – ein Versuch in Paris Artur Pech: Kämpfer der Internationalen Brigaden in Spanien bleiben unvergessen |